

Dennoch: mit sechs Finalteilnahmen der sechs gestarteten Faustkämpfer wurde das primäre Ziel bei den Baden-Württembergischen Elite-Meisterschaften in Schriesheim und dem Finalort Pforzheim erreicht. Maximilian Geiger vom Kings Gym Ravensburg holte eine Silbermedaille nach Ravensburg. Es war ein reines Ravensburger Finale zwischen Daniel Huber und Geiger im Mittelgewicht der C-Meisterschaft (bis sechs Siege). Huber, der im Halbfinale Stephan Brettschneider (Stuttgart) bezwang, und Geiger, der Vadim Babhin (Stuttgart) und Nicolaus Schwab (Lahr) aus dem Weg räumte, kannten sich aus Wettkampfsparrings bestens. Erstgenannter bewies den längeren Atem und blieb auch in seinem dritten Kampf ungeschlagen, Kings-Gym-Trainer Eugen Weutow attestierte seinem Schützling aber dennoch eine „starke boxerische Leistung“.
Ein Ravensburger Finale war auch im Halbschwergewicht (C) geplant. Dort sollten sich mit Laszlo Kalauz und Erhardt Wachter zwei Athleten des Champ-Boxing-Teams „beharken“. Wachter, dem der kampflose Finaleinzug gelungen war, verletzte sich jedoch beim Pratzentraining. Somit bekam der Jugendtrainer des Ravensburger Vereins Gold. Das Halbfinale hatte Kalauz ebenfalls schon kampflos überstanden, „das dient nicht gerade dazu, um Erfahrung zu sammeln“, sagte Saravo.
Verletzt hatte sich auch Daniel Bin in seinem C-Halbfinale des Weltergewichts. Beim 19:14 über Florian Berisha vom BC Singen zog sich der Bundeswehrsoldat, der sich gegen Luis Trunk de Flores (BC Minsheim) und Ararat Yigit (Fit Boxing) durchgesetzt hatte, eine starke Prellung an der Schlaghand zu, „er kann seine Gegner aber auch mit der Führhand zermürben“, merkte Saravo an. Im Finale beim 3:8 gegen den Sindelfinger Nik Schreiber war die Verletzung aber ein zu großes Handicap.
Für die Starter der A-Meisterschaften (über 14 Siege) ging es vor den Augen des schillernden Ex-Champions Rene Weller darum, sich die Qualifikation für die DM vom 27. November bis 1. Dezember in Oldenburg zu sichern. Dieser Zug ist für Yasin Basar zwar noch nicht abgefahren, jedoch konnte das Ticket noch nicht gelöst werden. Der Halbschwergewichtler bekam es nach dem Sieg gegen Timo Glesmann (Weinheim) mit Igor Teziev (Esslingen) zu tun. Basar verlor überraschend mit 13:16. Deshalb dürfte es zwischen Basar und Teziev noch einen Ausscheidungskampf geben. „Igor ist nicht einfach zu boxen, er steht stabil und ist physisch immens stark. Yasins Vorteile liegen im technischen Bereich. Seine Körpertreffer sind aber unverständlicherweise nicht in die Wertung mit eingeflossen sind. Das ist national wie international eigentlich üblich“, kritisierte Giovanni Saravo. Der Pokal für den knappsten Verlierer dürfte bei Basar, der sich selbst als Sieger gesehen hatte, keinen Ehrenplatz bekommen.
Halbweltergewichtler Mohamed Maher musste bei seinem Comeback nach einjähriger Ringpause gegen Albert Mut (Boxing Villingen-Schwenningen) antreten. Dank einer Energieleistung in der letzten Runde sicherte sich der deutsche Vizemeister dank des Hilfspunktes nach einem 10:10 das 3:2 im direkten Vergleich mit Mut und den Einzug ins Finale, in dem der Ex-DM-Dritte und Bundesliga-Boxer Aytekin Yöreci (Boxring Knielingen) wartete. „Dort hat man gesehen, dass ihm noch das Distanzgefühl fehlt. Nach solch einer langen Pause ist das aber nicht verwunderlich. Das Urteil von 7:17 war allerdings eindeutig zu hoch“, so Saravo, der für Maher die U-21-DM aber noch nicht abgehakt hat.
(Erschienen: 15.05.2012 17:05)
Obwohl er mit leeren Händen dastand, steckte der gelernte Kfz-Mechaniker nicht auf. „Ich suchte und fand geeignete Räume, um eine neue Boxschule zu eröffnen“, erzählt Hauser. Da die Anfangsinvestitionen hoch waren, schloss er sich mit einem befreundeten Kampfsportler zusammen, und gemeinsam eröffneten die beiden Im Frühjahr 2010 zwei eigenständige Sportschulen unter einem Dach.
„Als mein Mitgründer nach einem Jahr wieder ausstieg, wurde es eng“, erinnert sich Hauser. Doch er handelte nach seinem Motto „Nie aufgeben“ und konnte – auch dank Entgegenkommens des Vermieters beim Mietzins – die Insolvenz abwenden. Die Mitgliederzahl der als Kombination aus privatem Box-Gym und gemeinnützigem Verein betriebenen Sportakademie stieg und stieg, damit auch die Einnahmen. „Seit August 2011 schreiben wir schwarze Zahlen“, freut sich Hauser. Aktuell gibt es rund 150 Mitglieder. Das Angebot der Champ Sportakademie – Motto: „Boxen für alle“ – richtet sich an alle Altersklassen. „Unsere Mitglieder sind zwischen zehn und 60 Jahre alt, es ist ein bunt gemischtes Publikum, Unternehmer trainieren mit Industriearbeitern, Dicke sind genauso dabei wie Dünne“, sagt Hauser.
Neben Boxtraining für Einzelmitglieder bietet Hauser auch Kurse für Schulen, Hochschulen, soziale Einrichtungen und Ämter an. Für die Zukunft plant Hauser, der aktuell drei weitere Trainer beschäftigt, unter anderem, Sponsoren für das „Champ-Boxteam“ der zweiten Bundesliga zu finden. Auch Meisterschaften und Events will er organisieren. Zudem plant Hauser das Angebot für den Schulsport zu erweitern und die Mitgliederzahl kontinuierlich auf 250 bis Ende 2013 zu steigern.
Warum er den Gründerpreis gewinnen sollte? „Um meine liebevolle Hartnäckigkeit und meinen Mut zu belohnen, dass man auf freiberufliche Art und Weise auch in einem allgemein unterbewerteten beziehungsweise unterbezahlten Metier wie dem Boxsport seinen Lebensunterhalt verdienen kann.“
(Erschienen: 10.05.2012 15:40)
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